Anmerkung zu den Texten:

Alle Texte sind von Peter Löser verfasst und sein Eigentum. Jegliche Veröffentlichung, Weitergabe oder Vervielfältigung (auch in Auszügen) durch Dritte sehen wir als Diebstahl und behandeln das auch genau so.

Sollten Sie Interesse an einem Text haben wenden sie sich an uns.

Naturheilkundliche Behandlungen ersetzen nicht den Gang zum Tierarzt.

Montag, 15. Februar 2010

Hundehalterknigge für unterwegs

Hundehalterknigge für unterwegs

Subjektive Kampfhunde Sensations- Presseberichterstattung hat allen Hundehaltern geschadet. Dem Negativimage der Hundehaltenden Spezies entgegen zu wirken, dazu können auch Sie Ihren Beitrag leisten. Rücksichtsnahme, Verantwortungsgefühl und vorausschauendes denken seitens Hundehalter, sowie bestmöglich sozialisierte und erzogene Hunde wären an oberster Stelle zu nennen. Dies gilt völlig Rasseunabhängig.

Mit ein paar wenigen Regeln die Sie einzuhalten suchen, liegen Sie ganz vorne im Trend des modernen Hundehalters. Den zeichnet insbesondere rücksichtsvolles Verhalten aus. Denn er kann durchaus verstehen, dass nicht jeder (s)einen Hund toll finden muss. Dieser Hundehalter führt seinen Hund überall dort angeleint, wo dieser fremde Menschen belästigen könnte. Für hundeängstliche Menschen oder gar Gegner kann durchaus ein auf sie frei zulaufender Hund schon eine Bedrohung darstellen. Diese wären dann dazu gezwungen ihrer Angst oder Besorgnis durch aggressives Verhalten Richtung Hundehalter Luft zu verschaffen. Das muss nicht sein.

Ebenso muss es nicht sein dass Hunde im Wald freilaufen. Unabhängig davon, ob Ihr Hund erfolgreich jagt oder nicht, leben im Wald ebenso Bewohner die möglichst wenig gestört werden möchten.

Insbesondere auf und in der Nähe von Kinderspielplätzen und Schulen etc. werden Hunde angeleint geführt. Ein Hund muss nicht aggressiv sein, um ein Kind zu Tode zu erschrecken.

Der moderne Hundehalter weiß, dass er eben nicht nur für sich als Einzelperson verantwortlich ist, sondern für eine ganze Interessengemeinschaft, die der Hundehalter. Deswegen läuft er aufmerksam durch die Welt und verhält sich vorausschauend. Seinen Hund hat er möglichst gut sozialisiert und erzogen. D. h., dass er seinen Hund an unterschiedlichste Situationen wie Stadt, verschiedene Tiere, Kinder, Aufzug fahren, Jogger, Walker, Radfahrer, Restaurantbesuche etc. gewöhnt hat. Besonders wichtig ist es, dass ein Hund jederzeit abrufbar ist.
Er hat seinen Hund soweit im Griff, dass dieser nicht ungefragt Kontakt zu Menschen aufnimmt, die das nicht wünschen. Ebenso hat er seinem Hund beigebracht, wie diese Kontaktaufnahme zu erfolgen hat.

Hundekot wird an jedem Ort entsorgt. Insbesondere aber dort wo sich Kinder und Menschen im Allgemeinen aufhalten. Aber auch in Feld und Flur hat ein Hundehaufen nichts zu suchen. Das Argument, dass man ja schließlich Hundesteuer bezahlt ist das dümmste an sich. Wir bezahlen auch Steuern und verrichten ’unser Geschäft’ deswegen nicht irgendwo in der Landschaft. Sollte eben dieser Landwirt seine Kuh in ihren Garten führen, um dort ’ihr Geschäft’ zu verrichten, würden Sie sich ebenso zu Recht aufführen.
Natürlich können freilaufende Hunde nicht jederzeit kontrolliert werden und so mag das eine oder andere Hundehäufchen beim besten Willen unentdeckt bleiben. Landwirte machen Hundekot für das verkalben ihrer Rinder verantwortlich. Grund dafür ist die Neosporose. Durch die Veröffentlichung einseitiger Studien wurden Landwirte verunsichert und die Stimmung angeheizt. Natürlich entsprechen diese Studien ganz und gar nicht der Realität. Um einen zurecht aufgeregten und wütenden Landwirt zu beruhigen, eignen sich am besten fundierte Hintergrundinformationen. Deshalb untenstehender Neospora Text. Wahr ist allerdings auch, dass Grasfresser durch Hundekot verunreinigtes Futter nicht mehr oder sehr ungerne fressen. Insbesondere beim mähen wird so oft ein großer Futteranteil versaut, besonders dann wenn der Landwirt das zweifelhafte Vergnügen hat eine Wiese entlang einer Hunderennbahn sein Eigen zu nennen. Also immer sein Hundetütchen mit sich führen und darauf verzichten seinen Hund auf Wiesen laufen zu lassen die kurz vor dem mähen stehen.

Achten Sie auch darauf dass Ihr Rüde nicht jeden Gartenzaun, Blumentopf, Autoreifen usw. in Ihrer Umgebung markiert. Muss nicht sein. Der kann auch gut die paar Meter warten bis er auf der Hundewiese ist, um sich wichtig zu machen.

Für viele Hundehalter ist es völlig unverständlich, dass irgendjemand Angst vor seinem Liebling haben könnte. Aber genau das ist meist der Fall, wenn aggressiv auf einen Hund reagiert wird. Also lieber den Hund einmal mehr hergerufen und angeleint als durch stures Verhalten die Gemüter erhitzt.

Gegenbeweis zur Panikmache um Neosporose als Verursacher von Rindertod durch Hundekot

Von Prof. Dr. H. Mehlhorn (Institut für Parasitologie Uni Düsseldorf )
sowie Prof. Dr. A. O. Heydorn und Prof. Dr. E. Schein (Institut für Vet. Parasitologie FU Berlin)

In jüngster Zeit wurden Bauern durch aufgebauschte Presseberichte, aber auch durch Aktionen von Bauernverbänden verunsichert. Ausgangspunkt ist, dass der Neospora caninum genannte parasitische Einzeller (im Kot von Hunden) angeblich für ungefähr ein Drittel aller Rinderaborte verantwortlich ist - eine generelle Zunahme der Aborte wurde zudem nicht nur zwischen den Zeilen angedeutet.

Die wissenschaftlich gesicherten Ergebnisse zeigen bei nüchterner Bewertung aber, dass kein Anlass zur Panik gegeben ist und dass erst recht kein Grund für eine Verteufelung von Hunden und insbesondere derer der Spaziergänger besteht.

Die folgenden Fakten sind zu betrachten:
1. Richtig ist, dass im Hundekot ein Einzeller ausgeschieden wird, der von Heydorn 1973 beschrieben und später von Dubey Neospora caninum genannt wurde. Dieser Erreger führt bei gesunden Tieren (Rind, Ziege, Maus, Ratte, Hund) aber zu keinerlei Krankheitssymptomen. Krankheitssymptome kann man nur erzeugen, wenn die Tiere experimentell vor der Infektion mit Cortison etc. vorbehandelt werden, was zu einer Schwächung des Immunsystems führt.

2. Nicht einmal erwiesen ist, dass Hunde, die serologisch positiv sind, auch ausgeschieden haben. Sie könnten auch nur selbst Träger des Parasiten sein und somit Antikörper produzieren.

3. Richtig ist, dass bei gesunden Kühen häufig sog. Antikörper gegen diesen Einzeller nachgewiesen werden können. Diese Antikörper finden sich in Australien in bis zu 20 % der Kühe, in Deutschland oft bei 5 % der Tiere. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, dass der Parasit auch noch anwesend ist.

4. Richtig ist, dass bei einer Anzahl von abgetöteten oder krank geborenen Föten von Rindern und (noch seltener) von Hunden Stadien von Neospora nachgewiesen wurden.

5. Falsch ist, dass dieses Auffinden von Parasiten der endgültige Beweis ist, dass die Parasiten die tatsächliche oder alleinige Ursache für den Abort sind. Der wissenschaftliche Beweis, dass Neospora für sich alleine Aborte auslöst, wurde bisher nicht erbracht. Die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe (Autoren Dr. S. Schmidt, Dr. Zioleck, Dr. S. Grundlach) hat allein 17 Gründe für Rinderaborte aufgelistet, die auf Infektionen zurückgehen - weitere existieren sicher auf Grund genetischer Zuchtfaktoren oder Stoffwechselerkrankungen. Diese anderen möglichen Ursachen wurden bei den Untersuchungen der abortierten Föten nicht oder nicht vollständig ausgeschlossen. Es ist bei der Sachlage der geringgradigen Vermehrung von Neospora in gesunden Tieren offenkundig, dass sich Neospora als "Trittfahrer" in kranken Foeten ausbreitet. Dies wird auch dadurch belegt, dass z. B. in Australien bei Herden mit 20prozentiger Durchseuchung mit Neospora zum Teil überhaupt keine Aborte auftraten.

6. Richtig ist, dass Hunde Dauerstadien von Neospora im Kot ausscheiden, dies aber nur sehr kurz und in sehr geringem Maße und auch nur, wenn sie rohes (= ungekochtes, nicht tiefgefrorenes) erregerhaltiges Fleisch gefressen hatten. Dies ist beim typischen "chappi-ernährten" Hund der Spaziergänger nicht der Fall. Auch die früher noch praktizierte Hausschlachtung auf Bauernhöfen, bei der etwas "Rohes" für die Hofhunde ’abfallen’ konnte, ist heute extrem selten. Darüber hinaus sind die Parasiten, selbst in befallenen Tieren, extrem rar, so dass ein Übertragungsrisiko gering ist.

Die Übertragung der - nach unserer Meinung - für gesunde Tiere ungefährlichen Neospora-Stadien erfolgt somit im wesentlichen von der Kuh aufs Kalb. Sofern überhaupt Hunde in nennenswertem Maße an der Verbreitung beteiligt sind, so sind es die Hunde der Bauern selbst - sofern sie mit rohem Fleisch ernährt werden. Zu einer Verteufelung von Spaziergängerhunden besteht somit absolut keine Veranlassung. Die in einigen Presseberichten hervorgehobene Zunahme von N. caninum verursachten Aborten ist völlig widersinnig, da Hunde heute viel seltener mit rohem Fleisch gefüttert werden als früher. Falls dennoch die Zunahme richtig wäre, würde dies die Unschuld des Hundes beweisen.
Anmerkung Peter Löser:
Genauso wie Hundekot für das Verkalben der Kühe verantwortlich gemacht wird , könnten Kühe für die Erkrankung von Hunden verantwortlich gemacht werden. Hunde die an Neospora erkranken zeigen genau dieselben Symptome. Wahrscheinlich ist, dass gerade Landwirte selbst für die Ausbreitung von Neospora verantwortlich sind. Durch das verfüttern von infizierten rohen Nachgeburten etc., an ihre Hofhunde, haben Sie wahrscheinlich selbst dafür gesorgt. Also ein typischer Fall von wer war zuerst da, Huhn oder das Ei?

Kind und Hund - Regeln

Kind und Hund

Zu einem guten Zusammenleben von Hund und Kind gehört eine stabile, vertrauensvolle Rangordnung der Eltern zum Hund. Grundsätzlich ist Familie mit allen Mitgliedern Nummer eins und Hund Nummer zwei.
Aus Hundesicht sind Kinder rangordnungsbezogen nicht weiter zu beachten. Doch zu respektieren als Welpen der „Alphatiere“ sind sie allemal. Das setzt voraus, dass diese sich den Respekt als Alphatier verdient haben. Dann brauchen Sie auch keine Maßnahmen einzuführen, um Kinder künstlich über den Hund stellen zu wollen.
Wenn Sie ihre Kinder nicht erziehen, wundern Sie sich nicht darüber, wenn der Hund das macht. Soll heißen: Es gehören Kinderregeln an den Süssigkeitenschrank getackert, die einzuhalten sind. Die Erwachsenen sind dafür verantwortlich, Kindern diese Regeln beizubringen und auf deren Einhaltung konsequent zu bestehen.

Regeln für Kinder:
Erste und wichtigste Regel: Respekt, Hunde sind kein Spielzeug!
Ruten, Ohren, Lefzen und sonstige Extremitäten sind nichts um daran zu ziehen und zerren. Pass auf, dass Du Deinem Hund nicht auf den Schwanz und Pfoten trittst.
Jeder Griff ins Hundemaul beinhaltet eine Verletzungsgefahr. Die Hand schnell oder unbedacht herausgezogen kann Deine zarte Kinderhaut zerkratzen und verletzen.
In Tiere steckt man keine Gegenstände!

Zweite Regel: Finger weg vom Hundefutter!
Lass Deine Finger aus dem Futternapf. Halte respektvollen Abstand, wenn Dein Hund an etwas herumkaut oder frisst. Hunde können dazu neigen, ihr Futter mit den Zähnen zu verteidigen. Dasselbe gilt auch, wenn Dein Hund sich gerade mit Spielzeug beschäftigt.
Du lässt das Futter Deines Hundes in Ruhe, er lässt ’Dein Futter’ in Ruhe, also, nichts vom Tisch füttern. Nichts fällt aus versehen runter oder wird mal schnell mit dem Hund geteilt. Dein Hund könnte glauben, Du bist eine Futterschüssel, die er dann vor anderen verteidigen muss. Das könnte dann auch Dein bester Freund/in sein, der gebissen oder angeknurrt wird.

Dritte Regel: Frag Deinen Hund bevor Du mit ihm schmusen willst
Nicht jeder Hund mag es überall angefasst zu werden. Eine Umarmungen empfindet Dein Hund vielleicht als Bedrängung. Also nähere Dich (D)einem Hund von vorne, damit er Dich sieht und stürme nicht auf ihn zu. Wenn dein Hund weggehen möchte, knurrt oder ängstlich und unsicher wird, dann lass ihn frei und gehen.

Vierte Regel: Vorsicht beim spielen mit dem Hund
Die meisten Hunde spielen sehr gerne. Dabei kann es mal passieren, dass daneben geschnappt wird, besonders dann wenn Du Spielzeug in der Hand hälst. Also nicht zu wild spielen und nur wenn ein Erwachsener dabei ist.

Fünfte Regel: Wecke keinen schlafenden Hund
Wenn Dein Hund schläft oder sich ausruht, lass ihn in Ruhe. Du bist direkt nach dem Wecken vielleicht auch noch schläfrig und nicht in ’Topform’. Nicht anders ergeht es dem Hund. Wenn Du doch Lust hast Dich mit Ihm zu beschäftigen, dann sprich ihn aus einiger Entfernung leise an, bis er vielleicht von alleine kommt.

Sechste Regel: Respekt vor fremden Hunden
Auch wenn Du einen Hund hast und Dich gut auskennst, muss nicht jeder Hund kinderfreundlich sein. Triffst Du einen fremden Hund unangeleint auf der Strasse, dann schau ihm nicht direkt in die Augen. Das könnte ihn verunsichern oder er wird wütend. Renn aber keinesfalls weg. Das könnte ihn dazu animieren Dir hinterher zu rennen und Dich umzuwerfen oder evtl. zu beißen. Bleibe ruhig stehen, lass Dich Notfalls beschnüffeln und schau in eine andere Richtung. Dann verliert der Hund schnell das Interesse an Dir.
Wenn Du einen Hundebesitzer mit angeleintem Hund triffst, dann frag den Besitzer vorher, ob Du den Hund streicheln darfst. Nähere Dich ruhig und beug Dich nicht über den Hund. Fasse ihn nur von vorne an, so dass er deine Hand sieht.
Wenn zwei oder mehrere Hunde miteinander spielen, dann halte Dich fern. Im Eifer des Gefechts könnten sie Dich übersehen und umrennen. Das kann sehr weh tun. Vielleicht geraten sie in Streit, dann entferne Dich langsam. Versuche keinesfalls dazwischenzufassen! Das könnte böse enden. Sag dem nächsten Erwachsenen, den Du triffst Bescheid.

Regel Nummer sieben: Gib alle sechs Regeln weiter
Wenn Deine Freunde zu besuch kommen, achte darauf, dass auch sie die Regeln einhalten, die Du gelernt hast. Wenn diese die Regeln nicht einhalten wollen, bist du keine Petze wenn Du es Deinen Eltern sagst. Vielleicht verhinderst Du damit sogar etwas Schlimmes.


Regeln für Eltern:
Erste Regel: Respekt, Hunde sind kein Spielzeug!
Bringen Sie Ihren Kindern bei, dass Hunde auch Raubtiere sind, Gefühle haben und respektvoll behandelt werden möchten. Seien Sie sich im klaren darüber, dass alles was Kinder von Ihnen durch beobachten lernen, verstärken.

Zweite Regel: Finger rein ins Hundefutter
Gewöhnen Sie schon Ihren Welpen von Anfang an daran, dass Sie sich am Futternapf zu schaffen machen, ihn überall während des Fressens anfassen können, ... Bringen Sie Ihrem Hund bei, dass Sie ihm Knochen und Spielzeug wegnehmen können. Immer im Sinne eines Tauschspiels und mit viel Lob und Belohnung. Bei einem Welpen können Sie Ihr Kind mit einbinden in dieses Spiel. Bei einem erwachsenen Hund machen Sie das Spiel nur wenn Kinder nicht anwesend sind. Die Gefahr, dass diese das in unbeaufsichtigten Augenblicken nachahmen ist zu groß.
Bereiten Sie einen Futterplatz, an dem immer gefüttert wird. So können Kinder sich orientieren. Ein optisches Signal, wie etwa eine kleine Bahnschranke, die am Schrank befestigt und während Fresszeiten heruntergeklappt wird, hilft manchmal Wunder.

Dritte Regel: Hund und Kind niemals unbeaufsichtigt lassen
Die meisten Unfälle mit Hund und Kind passieren unbeaufsichtigt. Das ist verantwortungslos!
Bleiben Sie zumindest immer in Hörnähe, besser in Sichtweite von Hund und Kind. Ein schreiendes, wegrennendes oder fallendes Kind kann aus Ihrem Sofawolf einen Jäger machen, dessen Urinstinkte geweckt werden. Selbst ein kleiner Hund kann ein Kind schwer verletzen!
Kinder können oft Beschwichtigungssignale, Unsicherheit, Drohlaute und Gesten nicht richtig einschätzen und adäquat darauf reagieren. Aber auch Kinder, die mit dem Hund spielen, können unbeabsichtigt oder eskalierend verletzt werden.

Vierte Regel: Sie haben die Verantwortung!
Sollten Sie Ihren Hund deswegen angeschafft haben, damit Ihr Kind naturnah aufwächst, einen Freund hat, jemandem zum Spielen und Kuscheln hat, dabei lernt Verantwortung zu tragen – gut - aber es ist Ihr Hund! Sie können Ihr Kind nur einbinden ins Tagesgeschehen und ihm kleinere Pflichten unter Aufsicht übertragen. Selbst wenn Ihr Teenie Sie noch so lange unter tausend Versprechungen angebettelt hat, dass Wuschel ins Haus kommt, es bleibt Ihr Hund. Sie sind für Erziehung, Ausbildung und Pflege zuständig! Wenn Sie nicht hundebegeistert sind, werden es Ihre Kinder auch nicht sein. Kinder nie alleine zum Gassigehen schicken!
Sie sollten sich ausreichend über hundliche Körpersprache informieren. So können Sie jederzeit bemerken, wenn Ihrem Hund etwas zuviel wird und ihn aus dieser Situation rausholen, besonders im Umgang mit Kindern. Hunde haben zwar meist eine große Toleranzgrenze, aber die möchten Sie nicht unbedingt ganz ausreizen.

Fünfte Regel: Ruhezonen für den Hund schaffen.
Ein Hund braucht in einem Kinderhaushalt wenigstens einen gut zugänglichen Platz, an den er sich zurückziehen kann, wenn es ihm zu stressig wird. Dieser Platz ist absolute Tabuzone fürs Kind.

Sechste Regel: Die kinderfreundliche Hunderasse gibt es nicht
Wie kinderlieb ein Hund ist, kommt nicht auf die Hunderasse an. Vielmehr ist es das Ergebnis Ihres Umgangs mit dem Hund. Wesentlich dabei ist eine stabile Rangfolge, Vertrauen und körperliche wie seelische Ausgeglichenheit. Je informierter Sie sind, umso früher können Sie reagieren wenn Sie bemerken, dass etwas aus dem Ruder läuft.
Züchter preisen aus verkaufsstrategischen Gründen gerne die eine oder andere Rasse als besonders kinderfreundlich an, doch ein Hund wird weder kinderfreundlich noch kinderunfreundlich geboren, egal welcher Rasse zugehörig.


Siebte Regel: Regel bleibt Regel
Ihr Job ist es alle 13 Regeln zu befolgen, allen beizubringen und auf deren Einhaltung zu achten! Da gibt’s auch keine Ausnahmen weil z. B. Besuch da ist. Denken Sie immer daran, dass Sie Vorbildfunktion haben und kein Kind etwas einhält was Sie nicht mal schaffen.

Peter Löser

Dienstag, 16. Dezember 2008

Gedanken und Erfahrungen eines "Kampfhundehalters"- morgen kann das Ihr Thema sein!!



Wie sich Medien ihre eigenen Monster erschaffen

Die Presse – Kampfhundelüge von Peter Löser

Vor nun beinahe 20 Jahren lief ich durch unser kleines verträumtes Regionalstädtchen und wie alle Männer die zum Einkaufsbummel mit ihren Frauen gezwungen werden- auf der Suche nach Ablenkung. Ich beobachtete wie jemand aus der gegenüberliegenden Boutique Hundewelpen trug und hinters Haus brachte. Nach dem dritten Arm Welpen kam der Mann mit einer einer wunderschönen schwarzen Hündin und verschwand wieder hinter dem Haus. Ich war neugierig geworden und da meine Freundin sich noch immer Sinnloserweise an Dingen ergötzte, die sie sowieso nie kaufen würde, schlenderte ich hinüber und befriedigte meine Neugierde. Ich sah 7 Welpen mit ihrer Mutter in einem Garten herumtollen und war fasziniert von ihrer liebevollen Art aber auch von ihrer kraftvollen und athletischen Erscheinung. Das Fell kurz und schwarz, wie auf Hochglanz poliert, die Muskeln zeichneten sich bei jeder Bewegung ab. Selbst Körperästhet und Sportler, beobachtete ich gebannt dieses Schauspiel durch einen hohen Lattenzaun als ich auf einmal von dem Besitzer angesprochen wurde. Ich war so konzentriert gewesen dass ich erschrak und mich ertappt fühlte. Der Mann fragte freundlich ob ich Hunde mag und ob ich sie mir anschauen möchte. Ich holte begeistert meine Freundin – endlich passierte was Interessantes beim einkaufen – und wir schauten uns zusammen die Welpen an. Fasziniert war ich von der Tatsache dass die Hunde wohl Pitbull hießen, da mein Spitzname Pit war. Kurz und gut, eine Std später war ich Besitzer eines kleinen Fellbündels, lieblich anzuschauen wie alle Hundewelpen, etwas zu dick geraten –aber Liebe auf den ersten Blick.

Alle Menschen um mich herum freuten sich über das kleine süße tollpatschige Hundchen und wenn sie mich fragten was das für eine Rasse sei erntete ich ein grinsen oder einen mitleidigen Blick, zumindest von denjenigen die mich kannten, wegen meines Spitznamens. Die meisten dachten wohl ich verarsche sie und ich hätte einen Mischling. Zum damaligen Zeitpunkt wohnte ich in einem Mietshaus in einer kleinen Gemeinde, 6 Parteien und nahezu alle liebten diesen kleinen, dicken und anhänglichen Hund.... – doch das sollte sich schnell ändern.

Erste Berichte geisterten durch die Presse, von Kampfhunden die Kinder angefallen hatten. Bilder von sog. Pitbulls, waren reißerisch aufgemacht auf Seite eins zu sehen. Teils Gähnende Hunde, denen tief in den Rachen fotografiert wurde, ob dieser fotografischen Sensationsdarstellungen der weiße Hai vor Neid erblasst wäre. Als die Berichterstattung anfing fand ich das ja noch nicht bedenklich, denn ich hatte ja ein liebes Exemplar. Es war für mich als würde über die Gefährlichkeit von alten Menschen im Straßenverkehr diskutiert, aber mein Opa ist ja noch fit.
Doch auf einmal wollte mit meinem Hundchen niemand mehr spielen. Immer mehr Menschen machten einen Bogen um uns herum- Mütter zogen ihre Kinder beiseite oder irgendwelche Kommentare wurden einem im vorbeigehen zugeworfen. Vorher war der Hund, für mich etwas introvertierten jungen Mann, ein willkommenes Kommunikationsmittel mit andren Menschen gewesen und jetzt…………man traute sich kaum mehr auf die Strasse. Angesichts mancher Reaktionen die erfolgten wenn ich nach dem Rassenamen gefragt wurde, traute ich mich schon kaum mehr zu sagen dass dies ein Pitbull sei und machte selbst immer öfters einen Boxermix daraus.
Die erste Rassehundeliste folgte, wurde wieder niedergeschlagen, aber der Ruf dieser Hunde war definitiv versaut. Züchter reagierten auf den Bekanntheitsgrad und versuchten sehr triebige Hunde zu züchten die dem Image gerecht wurden. Es ist problemlos möglich in ein paar Generationen die Anzahl der triebigen Hunde in Würfen zu vermehren, also eigentlich nicht sehr Nervenstarke Hunde miteinander zu paaren um wiederum Welpen zu erhalten die in ihrem Sozialverhalten schwieriger und schwerer zu händeln sind.

In den folgenden Jahren war zu beobachten, dass sich immer mehr Menschen der sog. Listenhunde bedienten weil es cool war. Menschen die sich abgrenzten aus dieser Gesellschaft für die war solch eine Berichterstattung natürlich der Anlass um auch nach außen hin zu zeigen dass sie anders sind. Ähnliches kennt man z.b. aus den Staaten mit den Nazisymbolen, der wirkliche Hintergrund nicht bekannt ist oder besser, sogar völlig nebensächlich. Mit solchen Symbolen wird lediglich eine andere Gesinnung zum Ausdruck gebracht, mit Zeichen die für Gewalt, Kampf etc stehen und die jeder Normalbürger kennt und fürchtet. Jegliche Gruppierungen bedienen sich solcher Symbole, die ihrer Andersartigkeit optisch Ausdruck verleihen möchte. Wer heute Gangsta sein möchte beginnt bei der Kleidung und den dazugehörenden Symbolen........So gesehen waren Hunderassen wie der Pitbull teils nur Mittel zum Zweck für pubertierende und unreife Menschen, um andre Menschen das fürchten zu lehren, Eindruck zu schinden und Aufmerksamkeit zu bekommen. Eigentlich Trittbrettfahrer der Presse, die die subjektive und verzerrte Sensationsberichterstattung der Medien für ihre Zwecke ausgenutzt haben. Wenn die Medien und Rassehundebeschreibungen morgen anfingen Pitbull und Cokg als Familienhund darzustellen dann wären diese schnell uninteressant für Menschen unterschiedlichster Gesinnung, die eigentlich kein Lebewesen möchten, sondern Angst verbreiten. Das wäre ja völlig uncool.

Wenn Berichterstattung davon ausgeht was wie gefährlich sein kann, dann hätten wir gar keine Hunde, keine Autos und überhaupt sind Tiere gefährlich. Man bedenke nur wie viele Menschen bei Reitunfällen zu schaden kommen…………………Irgendwann war die berechtigte Sorge der Bevölkerung so groß, dass die Politik gezwungen war zu reagieren – mit Verordnungen und Rassehundelisten. Doch hat sich seitdem etwas verändert in unserem Lande? Nein – und jeder mit ein bisschen Sachverstand wusste dies auch schon im Voraus – zumindest nicht im Positiven. Wir hatten und werden immer Beißunfälle haben. Die Listenhunde – und das ist nachgewiesen – haben einen solch verschwindend geringen Anteil daran, der wird auch bleiben. Menschen die scharfe und unbesiegbare Hunde wollen – den scharfen Einmannhund – hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder – die gab es und wird es auch immer geben. Junge Menschen, wollen meist keinen Schäferhund oder Rottweiler deren Image ist nicht cool genug und die haben sich ja schon eine andre uncoole Gruppierung zu ihrem Symbol erhoben. Lesen sie doch mal die Wesensbeschreibungen der meisten Schutzhunderassen- Kampftrieb, Härte am Mann……………sind Verkaufsslogans die vor ein paar Jahren noch gang und gebe waren – heute ist man ein bisschen vorsichtiger mit solchen Äußerungen geworden, da nicht mehr Verkaufsfördernd, finden tut man sie allerorten immer noch.

Natürlich ist der Pitbull und Cokg missbraucht worden für Tierkämpfe, wie nahezu alle Terrierartigen, doch wurden unsere Vorfahren nicht auch dazu manipuliert in einem Krieg mitzukämpfen und zu töten? Sind wir – nur ein bis zwei Generationen später, deshalb noch Krieger oder Nazis? Doch was uns wohl geblieben ist, dass wir uns von solcher Propagandaberichterstattung beeinflussen lassen. Diejenigen auf die die Presse es doch scheinbar abgesehen hatte, die Halbwelt und das Milieu, die des Öfteren solche Hunde mit sich geführt haben sollen, hat solch eine Verordnung wohl kaum getroffen. Aber die Familien die diese Hunde ihres lieben Wesens wegen hielten und als Freund an ihrer Seite hatte, für die begann ein Spießrutenlaufen ohne Ende.

Am Anfang schaute dabei jeder weg, der keinen solchen Hund hatte. Inzwischen aber sind alle Hundehalter davon betroffen, denn in den Köpfen der Bevölkerung sind die Angst und die Bilder, der sich dieser Berichterstattung bediente, haften geblieben. Da nahezu niemand, ausser der sich mit Hunden im Besonderen beschäftigt, zu differenzieren weiß zwischen den einzelnen Rassen, wurde dies auf alle Hunde, insbesondre die großen und starken Rassen übertragen. – Besser ist doch man geht solchen Hunden aus dem Weg. Ich spreche tagtäglich mit Menschen die von dieser jahrelangen Berichterstattung betroffen sind – Hundebesitzer wie Nichthundebesitzer deren Angst geschürt wurde durch solche Presseberichte. Wenn sie heute einen dunklen etwas kräftigeren Hund haben werden sie teilweise schräg angeschaut oder angesprochen werden—es könnte ja sein. ………Dann geistern in den Köpfen absurde Fantasien von Hunden die Zähne mit Widerhaken haben, die ihre Kiefer wie Schlangen aushängen oder einmal zugebissen nie mehr loslassen können mit der Beißkraft eines weißen Hais,- alles Schwachsinnig.
Natürlich sind alle Terrierartigen streitlustiger und wenn sie im Kampf sind, verwegener, draufgängerischer wie auch schmerzunempfindlicher als ihre Artgenossen. Doch dazu gehört nicht nur der Pitbull, Staffordshire, Bullterrier und Cokg sondern auch der Jack Russel, West Highland, Foxterrier, Airdale usw. Glauben sie irgendein Hund der nicht derart mutig oder draufgängerisch ist wie die Terrier würde in einen Bau gehen, dunkel und eng, mit Feinden, Dachs, Fuchs etc auf Leben und Tod kämpfen wenn er nicht solche Charaktereigenschaften besitzen würde. Morgen könnten wir einen Film über Dackel drehen - problemlos so dargestellt dass Sie nie mehr vorbehaltlos einen anfassen würden. Ein Pitbull wurde niemals gezüchtet um irgendeinen Menschen anzugreifen, im Gegenteil mussten bei Hunden die zu Hundekämpfen missbraucht wurden jederzeit ihre Besitzer oder der Ringrichter eingreifen können. Die Umrandung der sog. „Pit“ also Kampfarena war ca 1 Meter hoch, und die Zuschauer standen ungeschützt außen. Jeder Hund hätte solch eine Umrandung mit Leichtigkeit überwinden können, doch war solch ein Hund dabei der Menschen angriff, der wurde sofort getötet. Würde Stern TV morgen einfallen eine Reportage über Hunde zu zeigen die jagdlich geführt werden und wie sie mit ihren Kontrahenten verbissen auf Leben und Tod kämpfen, wären diese übermorgen auf der Liste. Von der Presse wurden bewusst Bilder von kämpfenden Hunden mit Bildern von Beißunfällen auf Menschen und insbesondre Kinder in Bezug gesetzt um die Gefährlichkeit und somit die Notwendigkeit solcher Berichterstattung rechtzufertigen, denn wir müssen ja unsere lieben Mitbürger vor solchen Bestien und ihren Übergriffen schützen denn Angst verkauft sich gut. Niemand möchte lesen dass der liebe Goldie ums Eck seinen Besitzer ins Krankenhaus gebissen hat, denn das stößt auf kein großes Interesse, da hier jeder Mitbürger selbst differenzieren kann dass dies ein Einzelfall gewesen sein könnte, oder der Besitzer selbst Schuld war undundund. Doch bei Rassen die bis Dato relativ unbekannt waren, lässt sich dies leicht bewerkstelligen. Deutlich wurde mir dies als mich ende 2005 Jürgen Brandt von der Redaktion des Stern-TV anrief und mich nach meiner Meinung zu der Gefährlichkeit des Deutschen Schäferhundes befragte, da eine Sendung in Planung war –Beissattacken - wie gefährlich ist der Deutsche Schäferhund wirklich? Als Spezialist für problematische Hunde und ihre Therapie meist am Besitzer und Hundetrainer , wollte er von mir aber nicht wirklich meine Meinung hören, sondern suchte wohl nach jemandem der das Konzept dieser Sendung unterstützen sollte. Denn natürlich ist es so dass es keine Hunderasse gibt die für Menschen gefährlicher ist als andre, außer lediglich durch ihre Größe bei einem Angriff. Das Größte Problem ist, wenn eine Hunderasse derart beliebt ist geht es in Richtung Massenzucht. Solche Mengen an Welpen müssen an den Mann gebracht werden, da wird teils kaum mehr darauf geachtet wer solch einen Hund in den Händen hält. Doch dasselbe haben wir bei andren beliebten Hunderassen wie zb dem Golden Retriever. Was ich die letzten Jahre Goldies zur Therapie hier hatte die Menschen teils schwer verletzt hatten. Ja genau sie lesen richtig – obwohl die so lieb ausschauen. Ihre Besitzer hatten aber keine andren Fehler gemacht, wie die andren auch bei denen solche und ähnliche Dinge passieren. Ist deshalb eine Hunderasse schlecht, gar noch ein Bösartigkeitsgen vorhanden? Nun gut – meine Argumente wurden von Herrn Brandt überhört oder wollten nicht gehört werden. Mir wurde vor Augen geführt welch enormen Einfluss solch eine Sendung auf meinen Bekanntheitsgrad haben würde – andere hatten diese Sendung ja auch schon genutzt um ihren Karriereschub voranzutreiben. Als ich nach dem dritten Telefonat immer noch nicht auf diese Tour einstieg, sondern anmerken ließ dass ich Günther Jauchs Masche nicht gerade den Hit finde – auf der einen Seite gegen Kampfhunde zu Felde ziehen –auf der andren Seite mit einem Border -Collie in der Werbung rumhüpfen – wo ich schon zig Exemplare dieser arbeitsfreudigen Rasse zu Therapiezwecken bei mir hatte, die in Stadtwohnungen vor sich hingekümmert und vor Frust ausfällig geworden waren. Als ich dann noch vorschlug nicht die nächste Rasse Sensationsheischend zu verunglimpfen sondern vielleicht eine Sendung darüber zu machen was Hunde für tolle Begleiter sein können oder wie man seinen Hund richtig erzieht, da wir ja schließlich genügend Hundehalter haben die man zu Einschaltquotenzwecke nutzen könnte. Darauf bekam ich die unglaubliche Antwort, dass zwar auf der einen Seite die Hundehalter seien aber auf der andren 10 mal mehr Nichthundebesitzer die man ja als Zielgruppe erreichen möchte. Auf meine Gegenfrage ob Stern- TV den Nichthundebesitzern auf Kosten der Hundebesitzer Angst machen will, um ihre Einschaltquoten zu steigern oder zu halten bekam ich lediglich zur Antwort „wenn sie das so sehen wollen“. Das war für mich Antwort genug. Der Drehtermin bei mir und die Einladung wurde übrigens abgesagt und jemand passenderer verpflichtet. Bereut habe ich es nie meine ehrliche Meinung kundgetan und mir selbst treu geblieben zu sein und ich möchte nicht wissen wie ähnliche Sendungen schon zustande gekommen waren.

Dass Berichterstattung auch anders geht, dafür war unsere WM das beste Beispiel. Übergriffe von Hooligans und Randalierer wurden sachlich und nüchtern dargestellt und gleichzeitig in Bezug gesetzt zu ihrer verschwindenden Prozentzahl im Gegensatz zu den vielen friedlichen Besuchern. Aber hier war wohl das öffentliche Interesse an erster Stelle und ich möchte nicht wissen wie viele Pressagenturen die „Empfehlung“ bekommen hatten genau so Bericht zu erstatten- man ist ja gegenseitig Abhängig. Ansonsten müsste ich ja wirklich daran glauben dass Medienverantwortliche bedacht haben könnten was sie mit einer verzerrten Berichterstattung anrichten können. Aber so kann Berichterstattung auch sein- ehrlich und objektiv – und es hat wunderbar funktioniert. Alle Menschen waren glücklich und stolz, es wurden keine Ängste geschürt aber trotzdem über unerfreuliche Vorfälle berichtet, ohne dass bestimmte Gruppierungen ein zuviel an Aufmerksamkeit erregen konnten. Vielleicht hat unser Land im Vorfeld auch bemerkt wie unangenehm es ist, wegen ein paar Hirnlosen Aktivisten in eine Ecke gestellt zu werden und sich verteidigen zu müssen, obwohl man selbst und die größte Zahl seiner Mitbürger ganz anders ist. Rein aus dem Grunde weil man einer Gruppierung oder sich etwas zugehörig fühlt. In diesem Falle waren es halt unsere Fußballfreunde. – jetzt können sie sich vorstellen wie sich manch Hundebesitzer fühlt und die letzten Jahre gefühlt hat.

Insbesondre nach dem bedauerlichen Vorfall in Hamburg sind Hundebesitzer, meist Frauen auf übelste Art und Weise beschimpft und angegriffen worden. Jeder Hundegegner hat sich das Recht herausgenommen in derartiger Manier vorzugehen und unbedarfte Familienväter wurden beinahe selbst zu Bestien, angesichts der Gefahr die für ihre Kinder zu lauern schien. Doch wer will ihnen solche Reaktionen verdenken? Sie selbst sind Opfer einer Beispielslosen und skrupellosen Sensationsberichterstattung. Dieser Zustand hat sich zwar etwas beruhigt doch ist immer noch erschütternd genug.

Wie die Politik auf diesen Misstand reagiert hatte und immer noch tut, zeugt auch nicht gerade von objektiver Weitsicht und Weisheit an sich. Schnell, schnell mussten Verordnungen und Gesetze her um zu zeigen dass man das Seinige getan hat. Doch glauben sie mir und da stimmen sicherlich alle Hundeexperten überein, dass es Handlungsbedarf gegeben hat will niemand in Abrede stellen doch die Art und Weise wie dies getan wurde hat kein Problem gelöst und wird es auch nicht. Die Verordnungen und Rassehundelisten öffnen lediglich Beamtenwillkür Tür und Tor und sind Geldmacherei.
Es gibt keine Hunderasse die genetisch schlecht ist. Es werden Hunde von Menschen aus Unkenntnis, mit Absicht oder sogar böswillig so gezüchtet, aufgezogen und gehalten oder zu dem erzogen dass sie eine Gefahr für andre Lebewesen darstellen. Hätte die Politik wirkliches Interesse an Verantwortungsvolleren Hundehaltern gehabt, wäre zb ein Bonussystem in der Hundesteuer sicherlich langfristig ein probateres Erziehungsmittel. Um Hundebesitzer zu mehr Verantwortung zu erziehen wäre es zb auch denkbar dass die Hundesteuer wie gehabt bei Hunden bis zu 18 Monaten anfällt. Mit 18 Monaten muss jeder Hund und Halter sich einem kostenlosen Test unterziehen in dem er nachweisen muss, dass er fähig ist seinen Hund zu händeln und in Problemsituationen auf ihn einzuwirken. Kann er das nicht, muss individuell entschieden werden was die Konsequenzen sind….zb Leinenpflicht etc. Absolviert ein Hundebesitzer diesen Test und besteht ihn, bekommt er eine Hundesteuervergünstigung. Besteht er diesen nicht, bezahlt er soviel mehr wie die andren weniger bezahlen, inklusive Auflagen und bekommt die Möglichkeit diesen Test zu wiederholen, also mit seinem Hund zu trainieren und selbst zu lernen. Auf Dauer würde solch ein System sicherlich die Probleme besser lösen, Hundehalter würden sich ihrer Verantwortung bewusst und ihre Hunde besser sozialisieren, Züchter würden aufmerksamer züchten und vermitteln, Hundehalter würden besser darauf achten wo sie ihre Hunde holen und niemand könnte sich benachteiligt und diskriminiert fühlen !

Denn wir leben in 2006 und es gibt keine Kamphunde mehr. Was als Kampfhund bezeichnet wird sind sicherlich Rassen die extrem Menschenbezogen sind und viel Spieltrieb haben, aus dem Grunde sie vom Menschen auch leicht zu missbrauchen sind. Sog. Kampfhunde mit denen ich gearbeitet habe, waren aber auch genauso gut und schnell wieder umzuerziehen, da blieb dann nur noch auch den Halter zu erziehen. Kampfhundebesitzer machen keine andren Fehler wie andre Hundebesitzer auch, weswegen ihr Hunde auffällig werden - wenn denn dann. Und zu guter letzt: Hundebesitzer die Statussymbole brauchen um ihre Komplexe zu kompensieren, die gibt es zuhauf, hat es und wird es immer geben. Sie ziehen sich durch alle Alters und Gesellschaftsschichten und durch sämtliche Rassen, in allen Ländern. Wird eine Rasse auf eine Liste gesetzt, bedient man sich der nächsten wo es weniger Probleme gibt oder weicht auf ganz andres aus. Diesen Menschen ist es egal ob der Hund auf einer Liste steht, denn er bedeutet ihnen nicht wirklich etwas. Die Gelackmeierten sind diejenigen die wirkliche Liebhaber solcher Hunde sind und nun unglaubliches erdulden müssen um mit ihrem geliebten Tier weiterleben zu können. – aus Tierliebe und Verantwortungsgefühl. Denken sie daran lieber Hundebesitzer, morgen könnte auch ihr Liebling sich auf einer solchen Liste wieder finden und sie im Brennpunkt der Kritik stehen!!

Und übrigens.......ich könnte Stein und Bein schwören dass Sie beim Anblick des Zähnefletschenden Ungeheuers an einen in Raserei geratenen, hochaggressiven Kampfhund gedacht haben. Weit gefehlt. Auf dem Foto ist ein eher altersschwacher Mastinomix zu sehen, der keiner Fliege jemals etwas zuleide getan hat. Eine seiner Eigenarten war die, dass wenn man ihm eine Zigarette unter die Nase gehalten hat, er genau diese Grimasse gezogen hat. Übrigens ist der liebe Kerl inzwischen altershalber leider verstorben ohne dass er überhaupt jemals irgendwas oder irgendwen in seinem Leben angeknurrt oder gefletscht hätte.
Aber genau so ist dieses Foto entstanden........ so einfach geht das.

Gedanken zur Zucht und Abgabe von Hundewelpen

Der verantwortungsvolle Züchter - von Peter Loeser -

Dass ich eine Hundeschule habe, mich intensiv mit Therapiearbeit von Hund und Halter sowie mit Tierschutzarbeit auseinandersetze, das finden die meisten Menschen ganz grossartig und bewundernswert. Doch kommt das Gespräch auf die Zucht und dann noch -wie in meinem Fall- auf American und Old English Bulldogs, dann ernte ich im optimaleren Fall ein Naserümpfen; viel öfter aber trifft mich ein vorwurfsvoller Blick, aus dem ich dann entnehmen kann, was mein Gegenüber denkt und mit was mit meinem Hobby und meiner Leidenschaft assoziiert wird: „Aha, so sieht er also aus, der geldgeile Züchter, der an Jedermann völlig verantwortungslos seine „Kampfhunde“ verscherbelt, der Rüden als Deckmaschinen und Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht, der die armen Tiere in irgendeiner Box ihr freudloses Dasein fristen lässt, das gerade mal solange währt, wie der Auswurf rentabel und die Qualität stimmig ist.“ Sollte ich einen verkappten Tierschützer vor mir haben, so habe ich in jungen Jahren häufig stammelnd zu erklären versucht, dass man auch ganz vernünftig und geplant züchten kann, dass es Abgabeverträge und Platzkontrollen gibt. Und wenn ich Glück hatte und überzeugend genug war, konnte ich die Furchen auf der Tierschützerstirn wieder glätten. Im ungünstigen Fall bin ich jedoch in jener Schublade gelandet, in der die ganzen anderen Züchter schon sitzen oder –ganz schlimm- musste ich schon einen Erguss von Worten über mich ergehen lassen, dass sich die Strafpredigt eines Pfarrers von der Kanzel dagegen wie Lobgesang ausgenommen hat. Von dannen schleichend habe ich mich gefragt, wie ich so alt werden konnte, wo ich doch ein solch schlechter Mensch sein soll und Lebewesen in diese Welt setze, für die ich auch noch Geld verlange. Ich verhökern quasi Familienmitglieder, wo doch hier schon so viele arme Hunde in Tierheimen sitzen (und dann noch die ganzen Hunde in den südlichen Ländern), die ja auch auf ein schönes Zuhause in einer wohl aufgeräumten Wohnung hoffen - und überhaupt: Man hört ja soviel…

Dabei kenne ich fast keinen Züchter der so oder ähnlich ist. Wie ist es also dazu gekommen, dass einem Züchter ein derartig schlechtes Image angehängt wird? Wie überall, wo zweifelsohne wichtige Aufklärungsarbeit betrieben wird, geschieht dies insbesondere seitens der Presse oft sehr einseitig. Man kennt dies zur Genüge vom leidigen Thema „Kampfhund“. Wenn ein Thema, das sicherlich der Aufklärung bedarf, eine zeitlang in den Medien herumgeistert, dann wird leider wenig daran gedacht, es objektiv zu beleuchten. Natürlich war und ist es richtig, über Missstände bei „Hundevermehrern“ aufzuklären, insbesondre seit man erkannt hat, wie viel ein Züchter erst mit der Auswahl seiner Zuchttiere und anschließend mit der Prägung und Sozialisation der Welpen dazu beitragen kann, umweltsichere und psychisch stabile Hunde auf diese unsere Lebensbedingungen vorzubereiten. Doch in den Köpfen der meisten Menschen blieb hängen: „Zucht = Ausbeutung eines Lebewesens zu Geldzwecken“ . Genauso wie heute jeder kurzhaarige und kräftige Hund ein Kamphund ist und kleine Kinder zerfleischt, „Zumindest muss man ja vorsichtig sein…!“ Keiner käme doch je auf den Gedanken, sein Kind von einem Golden Retriever wegzuziehen, da inzwischen Jeder durch einseitige Berichterstattung glaubt, Bösartigkeit sei auf bestimmte Rassen bezogen. Dabei wird mir jeder Hundekenner beipflichten, wenn ich sage: Bisse werden rasseunabhängig verteilt, wer immer auch die Schuld an solchen Vorfällen trägt.

Wie also definiert man einen guten Züchter?

Für mich verdient ein Züchter das Prädikat „gut“, wenn er seine Zuchttiere sorgfältig nach Charakter und Gesundheit auswählt - was übrigens nichts mit der Zugehörigkeit zu bestimmten Verbänden zu tun hat (meist ganz im Gegenteil!) Jeder Züchter ist so gut wie seine Moral und die hat nichts mit Kontrollen eines Verbandes zu tun, so ausgefeilt die auch sein mögen. Wo es nötig ist über ein ausgeklügeltes Kontrollsystem Züchter zu überprüfen (oft beobachtet in Verbänden, die ihre Rassen anatomisch in Grund und Boden gezüchtet haben) finden sich doch auch wieder Mittel und Wege, dies zu umgehen und der Nährboden für Vetterleswirtschaft, Vitamin-b und Co ist gelegt. Es menschelt halt auch hier, einfach wie überall.
Die verantwortungsvolle Aufzucht der Welpen und mindestens ein Grundlagenwissen über Ernährung, Haltung und Erziehung, über Ausbildung und Krankheiten müssen einem guten Züchter in Fleisch und Blut übergegangen sein. Soll er doch den Welpenkäufer auch nach dem Hundekauf dahingehend beraten können und ihm im Problemfall zur Seite stehen. Dass ein Welpe auch schon mit acht Wochen an der Leine gehen kann an Geräusche und Gerüche gewohnt ist ,Autofahrt und Stadtbesuch hinter sich hat sowie vertrauensvolle Bindung zu mehreren Menschen kennen gelernt hat sollte selbstverständlich sein.
Nächster Punkt ist die Auswahl des Welpenkäufers. Ja, Sie lesen richtig! Einen geeigneten Züchter haben Sie dann gefunden, wenn dieser seine Hunde nicht einfach abverkauft wie Frischmilch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Der gute Züchter sollte anhand seiner Erfahrung Wesenszüge eines jungen Hundes erkennen und zusammen mit dem Käufer einen charakterlich zu ihm passenden Welpen aussuchen. Ebenso wird er einschätzen können, ob ein Hundehalter körperlich in der Lage ist, ein ausgewachsenes Exemplar dieser Rasse zu managen. Da kann die ältere Dame noch so charmant lächeln oder sich der Filius noch so sehr in ein niedliches Hundebaby verguckt haben… Dies alles ist erst einmal rasse- und verbandsunabhängig und sollte genauso für Mischlingswelpen gelten. Ein guter Züchter wird beispielsweise auch niemals einem Käufer, den er nicht kennt, einen Welpen hinterherfahren. Und –merke! – er wird Verträge bereit halten, die Haltungsbedingungen und Rücknahme regeln. Noch ein Tipp: Seien Sie nicht verärgert, wenn sich Ihr Züchter noch eine Bestätigung vom Vermieter oder den Mietvertrag vorlegen lässt, um zu sehen, wie die Hundehaltung bei Ihnen zuhause geregelt sein wird. Sie sind dann an ein besonders sorgfältiges und gewissenhaftes Exemplar geraten. Freuen Sie sich darüber. Er handelt im Sinne Ihres Hundes.

Die Realität

Oft frage ich mich, warum eigentlich niemand auf die Idee kommt, an Züchter nicht reinrassiger Hunde die gleichen Ansprüche zu stellen - zumal wesentlich mehr Mischlinge geboren und vermittelt werden als Rassehunde. Sitzt ein Mischling in einem Tierheim ist er ein armer Hund und der ehemalige Halter das Schwein. Bei Rassehunden wird sofort nach dem Züchter gerufen, der dann das Schwein ist. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Weil ein Hund nicht 50,- Euro sondern 1000,- Euro gekostet hat und dieser Gedanke durch die Köpfe spukt „Na der hat sich doch eine goldene Nase verdient - dann muss er den Hund doch auch jederzeit zurücknehmen! Oder?“. Wie nur konnte ein Hundezüchter einem solchen Menschen einen Hund vermitteln? - das ist die Frage die ich mir dann stelle. Die Wahrheit ist: Niemand kann einen Menschen erkennen, der seine Verantwortung nicht tragen möchte. Keinem Menschen sieht man auf Anhieb an, ob er faul, dumm oder ignorant ist. Und da helfen auch keine Verträge. Ich bin heute dankbar, wenn mich „Ali“ anruft und sagt „Ey, hasch du Bidbull?“ oder wenn Martin gleich kund tut „der Hund muss ran an den Mann!“ Das sind diejenigen, die ich offensichtlich und ruhigen Gewissens aussortieren kann. Der große Rest der potentiellen Hundekäufer hat gute Vorsätze und würde doch „niemaaaaaals… – aber nein…“ Natürlich wollen die ihren Hund pflegen bis er an Altersschwäche… in ihrem Bette liegend… mit Lobgesang ins Himmelreich verabschiedet werden muss. Jeder möchte in die Hundeschule gehen, ein Jeder will einen guten und lieben Hund (außer Ali und Martin vielleicht) und ist vordergründig bereit, das Nötige an Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit in sein Tier zu investieren. Und doch liegen Anspruch und Wirklichkeit meist weit auseinander. (Man denke bloß daran, wie viele Menschen jährlich zu Sylvester mit dem Trinken und Rauchen aufhören, sich gesund ernähren und künftig regelmäßig Sport treiben wollen. Ich fürchte allerdings, die Wirtschaft kann keine nennenswerten Schwankungen in ihren Verkaufszahlen nach Sylvester verzeichnen.)
Rücknahmevereinbarungen sind ein zweischneidiges Schwert und eröffnen Menschen, die sagen-wir-einmal „nicht erfolgreich“ waren in ihren Erziehungsbemühungen am Hund, die Möglichkeit, sich dessen auf bequeme Art und Weise zu entledigen. Denn tatsächlich sind Verhaltensprobleme die häufigste Ursache dafür, dass Hunde wieder zum Züchter zurückgehen. Jeder Züchter ist glücklich wenn der neue Hundebesitzer im Problemfall die Vermittlung selbst in die Hand nimmt . Aus Erfahrung wissen wir jedoch dass Menschen die nicht imstande sind Verantwortung zu tragen auch nicht verantwortungsvoll vermitteln können.Also nehmen wir das lieber selbst in die Hand. Meist machen Hundeallergie und Co/Kg ein schnelles handeln erforderlich also diejenigen Abgabegründe die jedes Tierheim und jede Tierschutzorganisation zu genüge kennt.
Ich möchte anhand des Beispiels einer zweijährigen American Bulldog-Hündin verdeutlichen, wie unglücklich eine scheinbar gute Vermittlung vonstatten gehen kann. Die Hündin war bis zum Alter von einem Jahr bei mir, lebte in meinem Rudel, war erzogen und sozialisiert. Eine Familie stellte sich vor und alles schien zu passen: Haus mit Garten, Hundeerfahrung, Kind, alles wunderbar. Wie im Bilderbuch. Was ich nicht sehen konnte: die Ehe war wohl bereits zerrüttet, wochenlang herrschte zwischen den Großen Streit und Terror. Endlich Trennung. Die Frau, dann nervlich angeschlagen, schlug die Bulldoghündin mehrfach als sie den Zweithund -einen Yorkshire- verwies und ihre Position deutlich machten wollte. Beim Spazierengehen reagierte die Frau völlig überzogen, schlug die Hündin oder schrie sie an, wenn die zu einem anderen Hund hinzog. Von alledem bekam ich natürlich nichts mit bis es eigentlich zu spät war. Irgendwann rief die Frau an, weinte, sie käme mit dem Hund nicht mehr klar. Ich versuchte, ihr mit Ratschlägen zu helfen, bot ihr an einzeln oder in der Gruppe mit ihr und dem Hund zu arbeiten. (Unentgeltlich selbstverständlich, denn ich bin ja ein guter Züchter.)
Eine Woche später erfuhr ich von einem Freund, dass die Hündin im Internet inseriert wurde. Ich ließ jemanden anrufen und hörte zu meinem Erstaunen, dass der Hund für etwa 200,- Euro weggegeben werden sollte - Hauptsache weg, so schien es. Ich stellte die Frau zur Rede und holte den Hund am Ende für 300,- Euro zurück. Dies alles, obwohl vertraglich vereinbart war, dass sie den Kaufpreis von 800,- Euro zurückerhalten hätte, wenn sie mich vorab informiert hätte... In solch einem Fall habe ich also einen Hund auf dem Hof, der erst einmal einzeln gehalten werden muss, da er ständig in Stress und Panik verfällt, wenn auch nur ein einzelner Artgenosse in die Nähe kommt. Mindestens vier Wochen vorsichtiger Arbeit stehen an, bis dies alles wieder einigermassen hingebogen ist. Und ich lebe solange mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, bis ich den Hund dann (kostenlos) an einen guten Platz vermitteln kann – natürlich nur zu Jemandem, der meine Arbeit fortführt. Dies ist immer ein reiner Glücksfall, denn natürlich steht nicht an jeder Ecke ein Hundekäufer parat, der sich einen zweijährigen verbogenen Hund antun möchte; und der zudem viel Zeit, Liebe und Arbeit zu investieren bereit ist und sich beraten lässt. Mittlerweile ist der Hund wieder vermittelt, mir jedoch steht nach einem Jahr nun aktuell noch eine Klage ins Haus, weil dieser Frau plötzlich eingefallen ist, sie habe ja eigentlich 500,- Euro zu wenig erstattet bekommen. Diese Geschichte ist in den 15 Jahren, die ich als Züchter arbeite wahrlich kein Einzelfall. Und tatsächlich habe ich noch nie einen Hund zurückbekommen, der vertrauensvoll erzogen und artgerecht gehalten wurde. Natürlich gibt es Ausnahmefälle, in denen wirkliche Notsituationen die Menschen veranlassen, ihren Liebling schweren Herzens abzugeben, doch die sind selten und denen hilft auch jeder Züchter gerne.
Heute kann ich den einen oder anderen Züchter verstehen, mit dem ich früher erhitzt darüber debattierte, ob das oft zitierte „Aus den Augen – aus dem Sinn“ nicht eines verantwortungsbewussten Menschen/eines eben solchen Züchters unwürdig sei. Zugegeben, nicht jeder Züchter hat meine Möglichkeiten, hat Platz und genügend Hundekenntnis, um sich solchen Problemen stellen zu können. Leider ist mir aber bis heute auch noch Niemand begegnet, der mir seinen Hund zurückgab und der mir für diese Möglichkeit dankbar gewesen wäre. Nach etlicher solcher Erlebnisse droht mir manches Mal die Lust an der Freude zu vergehen und ich stelle an mir fest, dass ich immer noch misstrauischer und kritischer werde. Und offen gestanden frage ich mich in solchen Momenten auch, wofür ich das alles eigentlich tue. Ich werde sowenig reich durch die Zucht wie jeder andere Liebhaberzüchter auch. Im Gegenteil, ich bin froh, wenn sich wenigstens die Unkosten decken lassen. Vielleicht haben Sie ja noch Glück als Züchter, Ihr Partner ist noch nicht auf und davon, Sie haben ab und zu einen Hundesitter und können es sich leisten, mal wegzufahren; möglicherweise sind gar Ihre Nachbarn tolerant und Ihre Freunde verstehen Ihren Spleen. Dann werden sie solche Vorfälle zwar auch kennen sie aber problemlos wegstecken… - meist ist es anders.
Doch just wenn ich solche Tage habe, dann besucht mich prompt eine „Familie Meier“, die sich vor fünf Jahren einen Welpen geholt hat. Die berichten dann Stunden davon, wie der sich zu einem Prachtkerl entwickelt hat, erzählen von den kleinen und grossen Erlebnissen mit ihrem Liebling und ihre Augen glänzen wie am ersten Tag. Dann schaue ich wehmütig-sehnsüchtig meine Hunde an und plane im Geiste den nächsten Wurf. Den Wurf, bei dem natürlich alles besser wird. Den Wurf, aus dem jeder Welpe seine „Familie Maier“ finden wird. Und ich hoffe im Stillen, dass nach wie vor häufiger eine „Familie Maier“ den Weg zu mir findet als „Ali“ oder „Martin“.


Peter Löser
Hundezentrum Löser
Wiesenhofen 4
88273 Fronreute
Tel. : 07505 - 956241
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